wie sind umgezogen!!!!!!

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Manowar

Ungelesener Beitrag#1von AusDemWegIchBinArzt » 25. Mai 2016 18:26

Manowar

Wohl kaum eine Metal-Band hat in den letzten 25 Jahren so an Glaubwürdigkeit eingebüßt (abgesehen von den Scorpions vielleicht...) wie Manowar.

Klar, die Klischees konnte die Band nie sonderlich gekonnt umschiffen, wollte sie auch gar nicht. Die Neandertaler-Fellklamotten der Anfangsjahre waren einfach nur absurd, genauso wie das Muskelimage und die lächerlichen Texte (man nehme die Wörter "Steel", "Iron", "Blood", "Death", "Sword", "Power", "Fire", "Metal", "Fighting", "Warrior" und "Hell" in beliebiger Zusammenwürfelung - fertig sind die stets grobmotorischen, wenig feinsinnigen und garantiert nicht tiefschürfenden Manowar-Lyrics !), keine Frage.

Das gehörte aber nun einmal dazu und so manches mal hat man sich wirklich fast fremdgeschämt. So einiges an dieser Combo ist seit jeher mehr als grenzwertig und sicherlich nicht unschuldig daran, dass Unwissende das durch Manowar geschaffene Bild gerne mal auf die gesamte Metalszene projizieren, was natürlich völliger Blödsinn ist.

Bis zu einem gewissen Punkt kann so ein augenzwinkerndes Macho-Image ja auch noch ganz lustig sein, bloß merkte man bei Manowar irgendwann, dass die das wirklich ernst meinten und es immer mehr damit übertrieben. Ab da wurde es dann endgültig peinlich und es gab so einige Interview-Aussagen der Bandmitglieder bei denen ich wirklich dachte, dass sie über die Jahre immer weicher in der Birne geworden sind.

Allerdings haben die Epic Metal-Helden immerhin vier musikalisch gute bis exzellente Alben in ihrem Fundus, allen voran das phänomenale (und noch angenehm ungekünstelte) Debüt "Battle Hymns" aus dem Jahre 1982, welches mit urwüchsigem Charme und latentem NWOBHM-/Rock´n´roll-Feeling besticht und musikalisch trotz der dürren Produktion einfach großartig ist. Im Prinzip hätten sie genau so weiter machen müssen und hätten sich den ganzen albernen Zirkus der späteren Jahre schenken können.

Irgendwann aber, spätestens als Image und absolute Selbstüberschätzung die Band dann zu überholen begannen, wurden Manowar zu einer sinnfreien, überlebensgroß aufgeblasenen Karikatur ihrer selbst und ohne größeren musikalischen Wert, die man allenfalls noch als Realsatire betrachten konnte. Leider haben die Jungs das selber aber nicht gemerkt und mittlerweile sind sie einfach nur noch eine bestenfalls bemitleidenswerte Groteske.

Das schlimme ist daran, dass sie sich nicht wie die Scorpions im kommerzielleren Hausfrauen-Bereich versucht haben oder softer geworden sind. Sie sind Metal geblieben, habe aber das Metal-sein so übersteigert, dass man selbst als begeisterter Die Hard-Metaller im Prinzip nur noch den Kopf schütteln kann.

Ihre Platten sind zu pathetischen Platitüden mutiert, die sich hinter vermeintlichem Anspruch verstecken und mit Richard Wagner verglichen wissen wollen, aber in Wirklichkeit nur überdrehte Nichtigkeiten auf Kinderhörspielniveau sind, die nicht mal im Ansatz den Anspruch erfüllen, der vorgegeben wird. Prätentiöser Quatsch nebst theatralischem Gepose, mehr nicht. Die musikalische Bissigkeit, Schlagkraft und Kompositionskunst früherer Tage sind schon lange hinter einem Schleier von Selbstgefälligkeit verschwunden.

Dann lieber Fellklamotten aber gute Musik, anstatt verkitschtem Wagnerianischem Bombast, der über lasche Kompositionen gegossen wird, die noch Metal sein wollen aber in Wirklichkeit todlangweilig und anmaßend noch dazu sind. Und unfassbar absurd erst recht erscheinen, wenn man als Metal-Band "true" sein will und ums verrecken nicht zugibt, dass auf den jüngeren Platten mit Drumcomputern und Clicktrack getrickst wurde, obwohl es offensichtlich hörbar ist...

Waren sie früher vielleicht noch polarisierend, sind sie heute nur noch überflüssig. Die Alben die man als Metal-Fan wirklich in der Sammlung braucht, sind auf jeden Fall "Battle Hymns" und vielleicht noch "Into glory ride". Die nächsten beiden sollte man zumindest kennen. Und danach hört es dann auch ziemlich bald auf. Das beste Manowar-Stück aller Zeiten ? Für mich "Fast taker" vom Debüt. Basta.



STUDIO


"Battle Hymns" (1982): -5

"Into glory ride" (1983): -4,5

"Hail to England" (1984): -4

"Sign of the hammer" (1984): -4

"Fighting the world" (1987): -2

"Kings of metal" (1989): -3

"The triumph of steel" (1992): -2,5

"Louder than hell" (1996): -1,5

"Warriors of the world" (2002): -1

"Gods of war" (2007): -1

"The Lord of steel" (2012): -0,5
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Re: Manowar

Ungelesener Beitrag#2von ORACLE » 25. Mai 2016 18:59

in den 80ern hab ich Hail to England gehört.
Hat mir nicht gefallen, ist einfach nicht mein Ding.
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