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REZENSIONAlaska - "Heart of the storm" (1984)

Alaska - "Heart of the storm" (1984)

Ungelesener Beitrag#1von AusDemWegIchBinArzt » 26. Mär 2017 19:16

Alaska - "Heart of the storm" (1984)


Ein kleines, seinerzeit merkwürdigerweise relativ unbeachtet gebliebenes Juwel stellt die Debüt-LP von Alaska dar. Dabei hätte das Album mit seinem typischen 80er Jahre-Synthie-AOR/Melodic Hardrock-Sound damals eigentlich durch die Decke schießen müssen, wenn alles nach Plan gelaufen wäre.

Ein Jahr nach "Heart of the storm" erschien dann noch das zweite und auch schon wieder letzte Alaska-Album "The Pack", über welches sich ähnlich gutes sagen läßt. Aber es sollte einfach nicht sein.

Für alle Nichtwisser erinnern wir uns kurz: Die kurzlebigen Alaska waren das eigene Bandprojekt von Bernie Marsden, der kurz zuvor nach insgesamt 5 Jahren Mitgliedschaft bei Whitesnake ausgestiegen war, bei denen er gemeinsam mit Micky Moody eines der besten Hardrock-Gitarrenduos aller Zeiten bildete. In den 70ern hatte Marsden vorher u.a. bereits bei Paice / Ashton / Lord und UFO (wo er einst den Platz für Michael Schenker räumen mußte) gespielt.

Mit Alaska hatte er nun seine eigene Kapelle an den Start gebracht, die allerdings musikalisch überraschend wenig mit dem blueslastigen Hardrock-Sound von Whitesnake oder den anderen Bands zu tun hatten, sondern vielmehr einem lupenreinen, stark Keyboard-dominierten Mainstreamrock frönten, wie er typisch für seine Zeit war und in ähnlicher Form beispielsweise auch von Phenomena, der zwischenzeitlichen Praying Mantis-Nachfolgeformation Stratus und anderen Kapellen zelebriert wurde.

Auch das 86er Black Sabbath-Album "Seventh Star", eigentlich eine Tony Iommi-Soloscheibe, besaß mehr als nur Spurenelemente dieser Stilistik. Nur dass es dort überhaupt nicht paßte, aber das ist ein anderes Thema.

Was Alaska neben den omnipräsenten Keyboards stark definierte war aber natürlich nicht zuletzt auch das beseelte Gitarrenspiel von Marsden, der trotz der geänderten musikalischen Marschrichtung nicht weniger leidenschaftlich zu Werke ging als bei Whitesnake.

Obwohl jetzt natürlich wieder einige abfällig von "schwülstigem 80er-Synthie-Bombast" , "Kommerzkacke" oder ähnlichem schwadronieren werden - das ist letztlich absoluter Quatsch, denn abgesehen davon dass die Lieder von ihrer eingängigen Struktur und generellen Ausrichtung her zeittypisch und üblich für jene stilistische Gattung von Bands sind, liefern sie eine hohe kompositorische Qualität, bieten spieltechnische Kompetenz und sind im Kern doch eigentlich erstaunlich kitschfrei.

Mit den Keyboardsounds muß man natürlich leben können, wird aber im Gegenzug auch mit teilweise geradezu überirdisch schönen Melodieläufen und einem unverschämten Ohrwurmfaktor belohnt. Trotz aller Kommerzialität merkt man außerdem immer noch an jeder Stelle, dass man es letztlich mit einer Rockband zu tun hat und das ist auch gut so.

Anspieltip ist der hervorragende Titelsong und eigentlich gibt es sowieso kaum eine Hymne auf der Scheibe, die es nicht verdient hätte, angehört zu werden: "Voice on the Radio"; "The Sorcerer"; "Can´t let go"; "Headlines"; "Whiteout" - alles starkes Material. Wenn man sich in der Stimmung für (britischen) 80er Jahre-AOR und Melodic (Hard)-Rock befindet, ist "Heart of the storm" genau das richtige Rezept.

Auch die Musiker neben Marsden wissen zu überzeugen: Keyboarder Richard Bailey war vorher u.a. in Diensten von Magnum und Sänger Robert Hawthorn gibt mit seiner rauhen, aber dennoch gefühlvollen Stimme ebenfalls eine gute Figur ab. Bassist und Schlagzeuger sind eher unbekannte Leute, liefern aber nichtsdestotrotz ein absolut solides Fundament.

Ein übersehenes Qualitätsalbum, welches viel Wert auf starke Melodien und Refrains legt und es keineswegs verdient hat, ein solches Schattendasein zu fristen.


Die Songs

1. Whiteout
2. Don´t say it´s over
3. Voice on the Radio
4. Susie Blue
5. Heart of the storm
6. Need your love
7. Can´t let go
8. Other side of midnight
9. Headlines
10. The Sorcerer


Die Band

Robert Hawthorn (Gesang)
Bernie Marsden (Gitarre)
Brian Badhams (Bass)
Richard Bailey (Keyboards)
John Marter (Schlagzeug)


Bild
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