wie sind umgezogen!!!!!!

www.musicasylum.de


REZENSIONAlcatrazz - "Disturbing the peace" (1985)

Alcatrazz - "Disturbing the peace" (1985)

Ungelesener Beitrag#1von AusDemWegIchBinArzt » 11. Mär 2017 13:52

Alcatrazz - "Disturbing the peace" (1985)


Alcatrazz war das eigene Bandprojekt von Sänger Graham Bonnet, der mit seinem markanten Organ zuvor bereits Bands wie Rainbow und MSG Glanz verliehen hatte, jeweils leider nur für kurze Zeit.

Bei Alcatrazz hatte er nun selber die Fäden in der Hand und bot damit gleichzeitig zwei jungen, talentierten Gitarristen ein Sprungbrett für die große Karriere.

Zunächst Yngwie Malmsteen, der mit Alcatrazz erstmals vor größerem Publikum auf sich aufmerksam machte und die Band schon nach knapp zwei Jahren und zwei Alben (Debütalbum und nachfolgende Livescheibe) wieder verließ, um selber solistisch groß durchzustarten.

Eigentlich eine logische Entwicklung, denn dass ein ausgeprägter Egomane wie Malmsteen sich nicht dauerhaft in einem Bandkontext unterordnen können würde, war damals schon klar. Aber so konnte er nach seinem Alcatrazz-Engagement wenigstens nur noch die eigenen Platten kaputtdudeln mit seinen solistischen Kapriolen.

Als Nachfolger kam Steve Vai, dessen Weg nach Alcatrazz unter anderem zu Whitesnake führen sollte. Vais gitarrentechnischen Eskapaden erscheinen zwar ebenfalls zumindest oftmals fragwürdig, aber zumindest ist der auf menschlicher Ebene doch um einiger umgänglicher als der teilweise extrem arrogant, überheblich und unsympathisch auftretende Malmsteen.

Wie auch immer, "Disturbing the peace", das zweite Alcatrazz-Album, war nun gleichzeitig das erste ohne Malmsteen, der sich kurz zuvor verabschiedet hatte und das erste mit Neuzugang Vai.

Musikalisch wird im Prinzip jeder bedient, der klassischen Hard-/Heavy Rock schätzt, welcher durchaus im Gravitationsfeld von Bonnets früheren Arbeitgebern Rainbow und MSG liegt und zusätzlich noch eine Prise AOR mit hineinstreut.

Allerdings läßt sich auch nicht wegdiskutieren, dass Alcatrazz nie ganz so zeitlos geklungen haben wie die anderen genannten Bands (alleine bereits die ausgeprägten Synthieklänge lassen keinen Zweifel daran aufkommen, aus welchem Jahrzehnt die Musik stammt) und auch nicht nur kompositorische Volltreffer fabriziert haben.

Die Musik wird knackig und durchaus kraftstrotzend dargeboten, bleibt dabei aber stets sehr auf Eingängigkeit bedacht (an manchen Stellen wird es gar einen Ticken ZU kommerziell) und gewinnt natürlich durch den omnipräsenten, energischen Gesang Bonnets.

Ein gutes Album ist "Disturbing the peace" trotz der kommerziellen Schlagseite insgesamt aber durchaus, wobei Bonnet mit Alcatrazz letztendlich nie den Durchbruch geschafft hat, trotz guter Anlagen.

Nach einem weiteren, leider deutlich seichteren und ebenso erfolglosen Werk ("Dangerous Games", 1986) schmiß Bonnet die Alcatrazz-Brocken hin und stieg in die Band des Wundergitarristen (noch so einer - Bonnet hatte es mit denen!) Chris Impellitteri ein.

Der Höhepunkt des Albums ist ohne jede Frage mit "Desert Diamond" gegeben, einer dezent orientalisch angehauchten, schleppenden Heavy Rock-Hymne vom Feinsten und sicherlich der wohl stärkste Alcatrazz-Song ganz generell.

Der flott voranstürmende, saftige Opener "God blessed Video" und das sehr melodische, wenn auch stark synthielastige "Will you be home tonight" sind ebenso ansprechende, gelungene Stücke.

"Painted Lover" mit seiner gleichfalls unverkennbar typischen 80er Jahre-Grundierung ist auch stark, wobei hier aber die Gitarren wieder deutlich heavier im Vordergrund stehen und der Song insgesamt erdiger und groovebetonter klingt.

Und "Stripper" geht richtig schön zackig auf die Zwölf, ist in der Machart ähnlich wie der A-Seiten-Opener "God blessed Video" angelegt.

"Sons and lovers" ist mit seiner arg poppigen Hookline dagegen ein kleinerer Ausfall und erinnert dadurch unangenehm an ähnliche Aussetzer aus dem Hause Rainbow ("Since you´ve been gone" etc.).

Der Rest des Albums ist im Prinzip grundsolider Durchschnitt ohne besondere High- oder Lowlights und bewegt sich zwischen diesen Polen. Kann man sich ganz gut anhören, muß man aber nicht unbedingt.


Die Songs

1. God blessed Video
2. Mercy
3. Will you be home tonight
4. Wire and wood
5. Desert Diamond
6. Stripper
7. Painted Lover
8. Lighter shade of green (Instrumental)
9. Sons and lovers
10. Skyfire
11. Breaking the heart of the city


Die Band


Graham Bonnet (Gesang)
Gary Shea (Bass)
Steve Vai (Gitarre)
Jimmy Waldo (Keyboards)
Jan Uvena (Schlagzeug)


Bild
"Nazi sein bedeutet, dass du verloren hast, bevor du anfängst. Du kannst nicht gewinnen. Du bist nur dumm."(Lemmy)

"Ich bereue nichts. Reue ist sinnlos. Du hast es ja schon gemacht - du hast dein Leben gelebt. Es nützt dir nichts, zu wünschen, es wäre anders." (Lemmy)


"Ein Komma kann über Leben und Tod entscheiden. Zum Beispiel in dem Satz "Wir essen jetzt, Opa." (Jürgen v.d.Lippe)

"Reichsbürger und Verschwörungstheoretiker: Wenig wissen, aber viel glauben." (Extra 3, NDR)
Benutzeravatar
AusDemWegIchBinArzt
 
Beiträge: 738
Registriert: 08.2015
Wohnort: 22 Acacia Avenue
Danke gegeben: 8
Danke bekommen: 16x in 15 Posts
Geschlecht:

Zurück zu "REZENSIONEN"

 

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron