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REZENSIONBad Moon Rising - "Blood" (1993)

Bad Moon Rising - "Blood" (1993)

Ungelesener Beitrag#1von AusDemWegIchBinArzt » 19. Mär 2017 12:29

Bad Moon Rising - "Blood" (1993)


Bad Moon wer ? Hä ? Bad Moon Rising ? Wer soll das denn sein ?

So ungefähr dürfte die durchschnittliche Reaktion auf die bloße Erwähnung des Bandnamens ausfallen, denn die Band kennt kaum jemand und das ist eine echte Schande. Eines der zahllosen Dramen, die sich in der Geschichte der Rockmusik abgespielt haben.

Dabei hat die US-amerikanische Band mehrere Alben unter die Leute gebracht (die sich indes alle nicht sonderlich großartig verkauft haben) und führte zwei Herren im Line-Up, die alles andere als unfähige Stümper waren.

Einer davon kam etwas später sogar richtig groß raus, nämlich der Gitarrist Doug Aldrich, dessen Karriere anschließend bei Dio und Whitesnake mächtig Fahrt aufnahm. Heute spielt er bei den Dead Daisies, die aktuell ein ziemlich heißes Eisen ich Sachen traditioneller, bluesbasierter harter Rockmusik sind.

Der andere war der schottische Sänger Norman Swan, Rufname Kal, der in den 80ern bereits bei den NWOBHM-Nachzüglern Tytan für Aufsehen gesorgt hatte, wenn auch ohne nachhaltigen Erfolg.

Dafür aber mit einer der besten Stimmen im Rockbusiness gesegnet (geht in etwa in die Richtung von Tygers Of Pan Tang-Mann Jon Deverill), aber das hat ihm karrieretechnisch leider nie den verdienten Ruhm gebracht, was verdammt ungerecht und schade ist.

Nachdem die Sache mit Tytan im Sand verlief, emigrierte Swan nach Amerika, wo er bei der ebenfalls äußerst starken, aber stets unterbewerteten Hard´n´Heavy-Combo Lion mit Gitarrist Aldrich zusammentraf.

Trotz zweier ebenfalls beachtlicher Alben und einer gewissen Anerkennung, welche der Band zuteil wurde, verliefen auch die Lion-Jahre eher brotlos. Anstatt sich desillusionieren zu lassen, legten Swan und Aldrich Lion zu den Akten und machten mit Bad Moon Rising weiter.

Und das zu einer Zeit, als traditioneller Hardrock und Heavy Metal generell am Boden lagen und Grunge wie auch Crossover das große Zepter führten. Dieser Mut mündete zwar in hervorragenden Alben (insgesamt vier Stück, daneben noch drei EPs), zahlte sich aber ansonsten abermals nicht sonderlich aus.

So gerieten Bad Moon Rising bald in Vergessenheit (sofern man überhaupt von ihnen Notiz genommen hatte), außer in eingeschworenen Kreisen. Aber immerhin erwiesen sie sich wie erwähnt als endgültiges Karriere-Sprungbrett für Doug Aldrich.

Bassist Ian Mayo und Drummer Jackie Ramos waren auch keine Nieten und kamen von Bangalore Choir, einer der zahlreichen Bands von Kurzzeit-Accept-Sänger David Reece (hatte 1989 auf "Eat the heat" Udo Dirkschneider ersetzt).

"Blood" jedenfalls ist einer der besten Outputs aus dem Hause Bad Moon Rising und bietet typisch amerikanisch geprägten, groove-orientierten harten Rock der alten Schule, irgendwo im Grenzbereich zwischen Hardrock und Metal, der aber zu keinem Zeitpunkt sonderlich angestaubt geklungen hat sondern vielmehr trotz der traditionellen Bezugspunkte ein recht zeitloses Erscheinungsbild kultiviert hat.

Über allem thront das sensationelle und in jeder Hinsicht unverwechselbare, eigenständige Organ von Kal Swan, welches mit der Instrumentalarbeit und den maßgeschneiderten Kompositionen eine wunderbare und viel (Hör-)Spaß bereitende Symbiose eingeht.

Die Gitarren haben guten Druck, die Produktion ist transparent und gleichzeitig mit ordentlich Wumms geraten, aber dabei immer ausgewogen und niemals so, dass es übertrieben wirkt oder nicht zur Musik passen würde, wie es in der heutigen Zeit mit ihren überfrachtenden Vollfettsounds leider viel zu oft der Fall ist.

Gleichzeitig gibt es aber auch viele ruhigere oder akustische Passagen, die angenehme Kontrapunkte zum ansonsten gefahrenen, harten Rocksound setzen. Unkitschig balladeskes kann die Band neben hartem Rock auch, also im wahrsten Sinne old school at it´s best. So, wie es eben nur Könner hinbekommen.

Musikalisch erinnert es manchmal ein bißchen an die bluesige Whitesnake-Ära (beispielsweise bei "Tears in the dark", einem ganz formidablen, wundervollen Stück - man meint jeden Moment, gleich fangen Moody und Marsden an zu solieren), aber auch an die Vorgängertruppe Lion und anderen melodischen, tendenziell bluesbeeinflußten US-Heavy Rock der Sorte Badlands und ähnliches, aber stets mit unverkennbarer eigener Note und gefühlvoll vorgetragen.

"Blood" ist ein hervorragendes Album und wie nahezu alles dieser völlig übersehenen Gruppe eine eindeutige Empfehlung wert, an welcher jeder Freund klassischer harter Rockmusik seine Freude haben wird. Eine vergessene Perle.


Die Songs

1. Dangerous Game
2. Servants of the sun
3. Devil´s Son (while our children cry)
4. Blood on the streets
5. Tears in the dark
6. Heart of Darkness
7. Chains
8. Till the morning comes
9. Time will tell
10. Remember me


Die Band

Norman "Kal" Swan (Gesang)
Doug Aldrich (Gitarre)
Ian Mayo (Bass)
Jackie Ramos (Schlagzeug)


Bild
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