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REZENSIONGillan - "Double Trouble" (1981)

Gillan - "Double Trouble" (1981)

Ungelesener Beitrag#1von AusDemWegIchBinArzt » 11. Mär 2017 10:59

Gillan - "Double Trouble" (1981)


Meiner bescheidenen Auffassung nach hat es aus dem Umfeld von Deep Purple eigentlich nur hochkarätige Ableger gegeben.

Neben der Hauptband selbst, die für mich neben Black Sabbath und den in ihrer Bedeutung ewig unterschätzten Uriah Heep die wesentlichen Bausteine für die Entwicklung von Hardrock und Heavy Metal gesetzt hat, waren auch die späteren Abzweigungen, die vor allem nach der zwischenzeitlichen Purple-Auflösung (1976-84) an Bedeutung gewannen, stete Garanten für erstklassigen Hard-und Heavy Rock.

Egal ob Whitesnake von David Coverdale (zeitweise auch mit Jon Lord und Ian Paice), Rainbow von Ritchie Blackmore (zeitweise auch mit Roger Glover), Paice / Ashton / Lord oder eben die zunächst jazzrockige Ian Gillan Band, aus der später nach einigen Umbesetzungen die wieder deutlich hardrockigeren Gillan wurden, welche sogar teilweise recht offensichtlich an der damals gerade aufkommenden NWOBHM schnüffelten - sie alle waren jeder eine Klasse für sich und zeigten sich als stilistisch höchst eigenständige und unterschiedliche Abkömmlinge aus dem Deep Purple-Lager.

Eine meiner Lieblingsscheiben von Gillan nun ist die vierte Scheibe "Double Trouble", erschienen im Jahr 1981 und gleichzeitig der Einstand von Gitarrist Janick Gers (vormals White Spirit, später Iron Maiden), welcher Bernie Tormé ersetzte.

An der Klasse des Songwritings änderte sich dadurch nichts, allerdings klang die Musik ab "Double Trouble" eine Spur gesetzter. Mit Bernie Tormé war alles noch etwas wilder, ungezügelter und rotziger dargeboten worden, während mit dem melodiöser spielenden Gers eine gewisse Abgeklärtheit und Gediegenheit einkehrte, ohne dass sich die Songs aber deswegen weniger kraftvoll anhörten.

Gillan war seinerzeit auch noch in vollem Besitz seines Stimmumfangs und meisterte dementsprechend die hohen Tonlagen und seine charakteristischen spitzen Schreie noch ohne Probleme, der Rest der Truppe bestand mit John McCoy (Bass), Colin Towns (Keyboards) und Mick Underwood (Drums) sowieso nach wie vor aus ausgewiesenen Könnern, die ein solides Fundament zimmerten und gleichzeitig sinnvolle wie elegante Akzente setzen konnten.

Bei "Double Trouble" handelt es sich übrigens um eine Doppel-LP, wie der Name schon vermuten läßt. Dabei befindet sich auf der einen LP (damals frisches) Studiomaterial, während die andere LP aus Live-Aufnahmen besteht, welche größtenteils auf dem 81er Reading-Festival mitgeschnitten wurden.

Das Studiomaterial bietet dabei alles, was das Herz des Freundes von Hardrock klassischer Couleur erfreut. Als besonders stark stechen der kernige, galoppierende Opener "I´ll rip your spine out" sowie die Songs "Men of war" und "Sunbeam" heraus, die sich mit großartigen Melodielinien sofort den Weg durch den Gehörgang bahnen, knackig intoniert werden und auch aus heutiger Sicht immer noch völlig unverbraucht klingen.

Über all dem thront der unvergleichliche Neunminüter "Born to kill", der ruhig und verhalten beginnt, sich dann in der Intensität immer weiter steigert und schließlich in einen hymnenhaften Heavy Rock-Stampfer, der durch fanfarenhafte Synthiesounds begleitet wird, mündet. Dazu noch garniert durch einen herrlichen Text.

Auch das sehr eingängige "Restless" oder "Life goes on" sind gute Songs, welche die erste LP positiv abrunden und einmal mehr wie aus einem Guß erscheinen lassen.

Die zweite LP, also der Live-Teil, fällt dagegen partiell etwas ab. Das liegt aber weniger an der Qualität der Aufnahmen als vielmehr an der Qualität des Songmaterials, da der gute Ian und seine Band hier nicht unbedingt die stärksten Songs ihres Schaffens ausgewählt hatten, darunter das Elvis-Cover "Trouble", die ähnlich gestrickte Eigenkomposition "New Orleans" oder das bluesige "If you believe me".

Trotzdem ist das gebotene Live-Material immer noch allemal gut, damit wir uns nicht falsch verstehen. Und "No laughing in heaven", "No easy way" oder die fantastische Halbballade "Mutually Assured Destruction (M.A.D.)" sind ohne Zweifel feine Songs. :-)


Die Songs

LP 1 (Studio):

1. I´ll rip your spine out
2. Restless
3. Men of war
4. Sunbeam
5. Nightmare
6. Hadely Bop Pop
7. Life goes on
8. Born to kill

LP 2 (Live):

1. No laughing in heaven
2. No easy way
3. Trouble
4. Mutually Assured Destruction (M.A.D.)
5. If you believe me
6. New Orleans



Die Band


Ian Gillan (Gesang)
Janick Gers (Gitarre; auf den Studio-Aufnahmen)
Bernie Tormé (Gitarre; auf den Live-Aufnamen)
John McCoy (Bass)
Colin Towns (Keyboards)
Mick Underwood (Schlagzeug)


Bild
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