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REZENSIONKrokus - "Headhunter" (1983)

Krokus - "Headhunter" (1983)

Ungelesener Beitrag#1von AusDemWegIchBinArzt » 11. Okt 2016 23:08

Krokus - "Headhunter" (1983)

Die Hardrocker mit dem "blumigen" Bandnamen gehören, wenn man so möchte, zum musikalischen Tafelsilber der Schweiz und konnten zumindest Anfang bis Mitte der 80er Jahre durchaus ansehnliche Erfolge feiern, auch international und auch auf dem damals äußerst wichtigen amerikanischen Markt.

Zeitweise waren Krokus durchaus in Rufweite zu den ganz Großen der damals florierenden Hard´n´Heavy-Szene zu finden (Iron Maiden, Scorpions, Accept, Judas Priest, Saxon, AC/DC, Whitesnake etc.). Allerdings versemmelten sie es sich ab Mitte der 80er Jahre selbst, durch eine Hinwendung zu mainstreamigeren Klängen. Zahlreiche Umbesetzungen, welche die Kontinuität deutlich ins Wanken geraten ließen, taten gleichfalls ihr übriges und der Band alles andere als gut.

Heute sind die Alpenrocker immer noch (oder besser: wieder) aktiv und stehen auf ihre alten Tage sogar wieder insgesamt gesünder da als in den späten Achtzigern oder den gesamten Neunzigern, aber natürlich kochen sie ihr durchaus schmackhaftes Heavy Rock-Gebräu heute nur noch auf Sparflamme: Die Zeiten der großen Hallen und gigantomanischen Plattenverkäufe sind selbstverständlich unwiderruflich vorbei.

Krokus wurden ja gerne mal als Alternative zu AC/DC verstanden, was vor allem an der Stimme von Sänger Marc Storace liegt, welcher der 1975 in Solothurn gegründeten Gruppe 1979 beitrat und dem verstorbenen AC/DC-Shouter Bon Scott zum Verwechseln ähnlich klingt.

Auch musikalisch gab es unbestritten immer wieder mal Anklänge an das Schaffen der Australier. Besonders auf dem 82er Erfolgsalbum "One Vice at a time" traten diese deutlich hervor, welches mit der großartigen Hymne "Long stick goes boom" zudem unbestritten den besten AC/DC-Song enthielt, den AC/DC nie geschrieben haben, wie absolut zu Recht immer wieder kolportiert wurde.

Wer Krokus jetzt nurmehr als plumpe AC/DC-Kopie abtut, greift jedoch definitiv zu kurz, denn die Band hatte auch ganz andere Ideen und stilistische Ausprägungen ihres bodenständigen Heavy Rocks im Repertoire, wie man beispielsweise unschwer auf dem 83er Nachfolgewerk "Headhunter" nachhören kann - meinem persönlichen Lieblingsalbum der Band, welches sich in kreativer Hinsicht, aber zugleich auch härtetechnisch als Höhepunkt dem Schaffen der Schweizer zuordnen läßt. Mit "Headhunter" hatte die Formation diesbezüglich ihren Zenit erreicht.

"Headhunter" pendelt irgendwo zwischen Hardrock und Heavy Metal, natürlich im klassischen, dem damaligen Zeitgeist entsprechenden Modus der frühen 80er Jahre. Der schnelle, harte Titeltrack zeigt bereits fulminant auf, das AC/DC keineswegs die einzige Inspirationsquelle für die Herren um Gitarrist Fernando von Arb waren und erinnert vielmehr deutlich an die schnelleren Brecher der Scorpions aus dieser Zeit.

Bei "Ready to burn" wird kein geringerer als Judas Priests Rob Halford zum Duett geladen; ebenso weist der äußerst gelungene, leicht atmosphärische Midtempo-Stampfer "Screaming in the night" eine mehr oder weniger deutliche Judas Priest-Kante auf.

"Eat the rich" markiert eine ungefähre Schnittmenge aus Elementen von AC/DC, Accept und den Scorpions. Bei "Night Wolf" kommen Einflüsse aus der NWOBHM a´la Saxon zum Zuge, ein geiler Headbanger!

Mit "Stayed away all night" ertönt auch noch eine gelungene Bachman-Turner Overdrive-Coverversion; aber mit Coversongs hatten Krokus auch generell zumeist ein glückliches Händchen.

Krokus hatten zwar grundsätzlich von jeher nicht unbedingt einen Originalitätspreis für ihre Musik verdient, aber sie konnten stets liefern - und zwar richtig gut ! Zumindest bis "Headhunter" auch ohne Ausfälle. Vor allem bringt es nach wie vor unerhört viel Spaß und Laune, Platten wie "Headhunter" LAUT zu hören! Insofern haben die Jungs ihren Platz in der Geschichte der harten Rockmusik selbstverständlich auch ehrenvoll verdient. In diesem Sinne.


Die Songs

1. Headhunter - (4:30)
2. Eat the Rich - (4:14)
3. Screaming in the Night - (6:38)
4. Ready to Burn - (3:54)
5. Night Wolf - (4:10)
6. Stayed Awake All Night - (4:44)
7. Stand and Be Counted - (4:07)
8. White Din - (1:50)
9. Russian Winter - (3:31)


Die Band

Marc Storace (Gesang)
Fernando von Arb (Gitarre)
Mark Kohler (Gitarre)
Chris von Rohr (Bass)
Steve Pace (Schlagzeug)


Bild
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