wie sind umgezogen!!!!!!

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REZENSIONUriah Heep - "Salisbury" (1971)

Uriah Heep - "Salisbury" (1971)

Ungelesener Beitrag#1von AusDemWegIchBinArzt » 22. Okt 2016 11:28

Uriah Heep - "Salisbury" (1971)


Der erste Eindruck, den ich im Teenageralter vom Zweitwerk der Engländer bekam, war rein optischer Natur: Es war das martialische Coverartwork, welches bleibende Spuren hinterließ und sich tief in mein Bewußtsein einbrannte, noch bevor ich auch nur einen Ton des Albums gehört hatte.

Jenes Artwork, welches Jahre nach einer Entstehung von Mick Box als "absolute Dummheit" bezeichnet wurde und ob seines aggressiv-martialischen Charakters - mit dem aus einer Feuerwand hervorbrechenden Panzer - nichts mit den filigranen, surrealen Gemälden eines Roger Dean gemeinsam hatte, welche später zu einem der Markenzeichen der Band werden sollten.

Dennoch gefällt mir dieses für Band-Verhältnisse eher ungewöhnliche Coverbild bis zum heutigen Tage immer noch sehr gut, obwohl ich nun beileibe kein Militarist oder ähnliches bin. Auf jeden Fall hat es aber etwas an sich, was kleine dumme Jungs nachhaltig beeindruckt....

Umso schöner, dass mich der musikalische Inhalt dann auch stets genauso begeistert hat, wie die äußere Hülle. :-)

Um genau zu sein, steht "Salisbury" für mich weitgehend auf einer Stufe mit "Look at yourself" und "Demons and wizards". Diese Album-Troika stellt für mich übrigens auch den kreativen Höhepunkt im Heep´schen Schaffenskosmos dar.

Die Band agierte seinerzeit in absoluter Bestverfassung. David Byron war noch kein Alkoholwrack, sondern in der Form seines Lebens. Drogenopfer gab es im Bandumfeld auch noch keine zu beklagen und der kreative Absturz ließ ebenfalls noch auf sich warten, der kam erst einige schnell gelebte Jahre später.

Das Album enthält durchweg starke, melodiöse Hardrock-Songs, welche durch kraftvolle Gitarrenarbeit, eine kernige Hammond-Orgel (Ken Hensley !!!) und prägnanten Satzgesang geformt werden, wie etwa der Opener "Bird of prey", "Time to live" oder "High priestess" beispielhaft zeigen.

Daneben stehen ruhigere Nummern, wie das zwar im Laufe der Jahre etwas totgenudelte, aber an und für sich natürlich gelungene "Lady in black" oder mein heimlicher Albumfavorit, "The Park".

Als Grande Finale bleibt dann noch das u.a. mit zahlreichen Blasinstrumenten opulent orchestrierte, ambitionierte 16minütige Titelstück, welches die progressivere Seite der Band in den Vordergrund stellt und der aufstrebenden Gruppe seinerzeit bekanntlich einiges an Spott und Kritik einbrachte.

Ich persönlich finde besagtes Titelstück durchaus gelungen, obwohl es aus meiner Sicht hier und da etwas an Spannung fehlt und ein paar Längen vorhanden sind.

Wenn man allerdings bedenkt, dass es sich erst um das zweite Album einer damals noch jungen, frischen Band handelte, sind dieses anspruchsvolle Mammutunterfangen, wie auch der Mut so etwas überhaupt umzusetzen, mehr als beachtlich nach meinem Empfinden.

Insgesamt bleibt für mich ein Werk ohne wirklich gravierende Schwächen. Das Album wirkt auf mich, so wie es ist, in weiten Teilen geglückt und homogen. Was das Artwork, wie gesagt, mit einschließt.... ;)

Großartiger, in Teilen progressiv orientierter Orgel-Hardrock, der (genau wie Deep Purple) nach meinem Empfinden so ziemlich fast allem überlegen ist, was aus dem Hause der ach so hochgelobten Konkurrenz von Led Zeppelin jemals das Licht der Musikwelt erblickt hat. Ich kann gar nicht oft genug sagen, wie geil ich die alten Heep-Scheiben finde... :D


Die Songs

1. Bird of prey (4:13)
2. The park (5:41)
3. Time to live (4:01)
4. Lady in black (4:44)
5. High priestess (3:42)
6. Salisbury (16:20)


Die Band

David Byron (Gesang)
Mick Box (Gitarre)
Paul Newton (Bass)
Ken Hensley (Orgel, Gitarre)
Keith Baker (Schlagzeug)


Bild
"Nazi sein bedeutet, dass du verloren hast, bevor du anfängst. Du kannst nicht gewinnen. Du bist nur dumm."(Lemmy)

"Ich bereue nichts. Reue ist sinnlos. Du hast es ja schon gemacht - du hast dein Leben gelebt. Es nützt dir nichts, zu wünschen, es wäre anders." (Lemmy)


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Re: Uriah Heep - "Salisbury" (1971)

Ungelesener Beitrag#2von ORACLE » 23. Okt 2016 10:37

ich muß gestehen, dass ich dieses Album bis heute immer vernachlässigt habe.
In den 80ern hörte ich Sali auf Kassette.
Besonders Seite 1 fand ich gut.
An den Statuts von LZ oder DP kamen sie bei mir nie.
Habe mir nun endlich die CD bestellt und freue mich sie endlich wieder zu hören.
Besonders auf das Titelstück bin ich gespannt.
Danke für die Inspiration.
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