wie sind umgezogen!!!!!!

www.musicasylum.de


REZENSIONVenom - "Black Metal" (1982)

Venom - "Black Metal" (1982)

Ungelesener Beitrag#1von AusDemWegIchBinArzt » 25. Sep 2016 16:10

Venom - "Black Metal" (1982)


Neben dem stilprägenden, stumpf dahingerotzten und dabei endgeilen Herumgetrümmer des "Welcome to Hell"-Debüts (1981) konnte auch der Zweitling "Black Metal" ein Jahr später entscheidende Maßstäbe für die daraus resultierende Entwicklung extremerer Heavy Metal-Spielarten setzen.

Hier liegt die Initialzündung für einen großen Teil von Nachahmern wie Slayer, Hellhammer / Celtic Frost, Exodus, Bathory, Sepultura oder die teutonische Thrash Metal-Front a´la Sodom, Kreator, Destruction, Tankard sowie unzählige andere Bands aus allen Teilen der Welt begraben.

Natürlich hatte das Venom´sche Gerumpel musikalisch so gut wie nichts mit den technisch oftmals erstklassig versierten Thrash- und Death Metal-Bands späterer Jahre zu tun und das satanistische bzw. okkulte Selbstverständnis reichte auch eher nur zur Imagepflege (ähnlich wie früher bei Black Sabbath) und für ein paar böse "jetzt-erschrecke-ich-mal-die-spießigen-Nachbarn"-Texte, ging aber absolut nicht in die Tiefe und hatte insofern primär Unterhaltungswert und keine ernsthafteren Hintergründe wie etwa bei den "richtigen" Black Metal-Bands, die aber auch sonst völlig anders klingen.

Venom waren einfach nur die Ursuppe aus der sich die späteren extremen Metalrichtungen herausdifferenzierten, gespeist aus traditionellem Hardrock und Heavy Metal, beeinflußt durch Bands wie Motörhead, Black Sabbath, Deep Purple, Judas Priest oder auch die Rolling Stones sowie den derben Punkrock der Siebziger, ohne allzu große Ansprüche auf technische Vollkommenheit.

Das Trio besaß einfach ein hartes Image, derben Humor, ein ausreichendes Maß an kaltschnäuziger Großkotzigkeit und die musikalische Feingliedrigkeit eines Schützenpanzers, garniert durch das eher amüsante aber (damals) durchaus effektive Satansgedöns als ultimatives Sahnehäubchen.

Kurzum: Der vertonte dritte Weltkrieg mit extrem hohem Rock´n´Roll-Faktor. Sozusagen wie Motörhead und Black Sabbath gemeinsam durch den Fleischwolf gedreht und mit einer zuvor nicht gekannten Aggressivität und Attitüde dargeboten, das war im Prinzip der Verdienst von Venom, die damit zahlreiche andere Bands ungeheuer beeinflußten, weil man etwas derartiges in dieser Radikalität zuvor noch nicht zu hören bekommen hatte:

Mit ausgestrecktem Mittelfinger ohne Schnickschnack auf die Glocke und dabei jede Menge bösen Spaß in den Backen - das alles war wie ein Arschtritt vom Gehörnten persönlich.

Mitunter kommt mir "Black Metal" im direkten Vergleich zu "Welcome to hell" einen Hauch filigraner bzw. ausgearbeiteter vor, vor allem was die Riffs und das allgemeine Gitarrenspiel von Klampfer Mantas betrifft. Das kann aber auch ein Irrtum sein, ich bin mir manchmal selbst nicht ganz sicher - vor allem auch, weil natürlich mit aller Deutlichkeit klargestellt werden muß, dass Venom auch bei "Black Metal" keinesfalls zu Chefvirtuosen gereift waren und das auch mit keinem späteren Album jemals wirklich geschafft haben.

"Black Metal" ist ein herrlich dreckiger, archaischer und auch anarchistischer musikalischer Rotzklumpen, der selbst Lemmy aus den weißen Cowboystiefeln hauen würde und einem wirklich das Grinsen meterbreit in die Visage zementiert. "Black Metal" ist genau wie "Welcome to hell" (aber auch danach noch "At war with Satan" und "Possessed") selbst heutzutage ob seiner rohen Machart noch bestens zur Provokation und zum Leute ärgern geeignet, aber auch so macht dieser für die Metal-Historie so bedeutsame Rundling vor allem einfach immer noch einen Heidenspaß. Manchmal können Dinge so wunderbar simpel sein.

Anspieltips: Der fundamentale Titeltrack mit seinem Industrial-mäßigen Intro, das zackige "Don´t burn the witch", das gruselige "Buried alive", "Raise the dead" und natürlich das dämonisch fiese "Countess Bathory". Hier wird kurzer Prozess gemacht. Ein Hammer jagt den nächsten und Langeweile keimt hier niemals auf, eher gepflegtes Ohrenbluten...fuckin´great ! :-)


Die Songs

1. Black Metal - 3:40
2. To Hell and Back - 3:00
3. Buried Alive - 4:16
4. Raise the Dead - 2:45
5. Teacher’s Pet - 4:41
6. Leave Me in Hell - 3:33
7. Sacrifice - 4:27
8. Heaven's on Fire - 3:40
9. Countess Bathory - 3:44
10. Don't Burn the Witch - 3:20
11. At War with Satan (preview) - 2:14


Die Band

Conrad "Cronos" Lant (Gesang, Bass)
Jeff "Mantas" Dunn (Gitarre)
Tony "Abaddon" Bray (Schlagzeug)


Bild
"Nazi sein bedeutet, dass du verloren hast, bevor du anfängst. Du kannst nicht gewinnen. Du bist nur dumm."(Lemmy)

"Ich bereue nichts. Reue ist sinnlos. Du hast es ja schon gemacht - du hast dein Leben gelebt. Es nützt dir nichts, zu wünschen, es wäre anders." (Lemmy)


"Ein Komma kann über Leben und Tod entscheiden. Zum Beispiel in dem Satz "Wir essen jetzt, Opa." (Jürgen v.d.Lippe)

"Reichsbürger und Verschwörungstheoretiker: Wenig wissen, aber viel glauben." (Extra 3, NDR)
Benutzeravatar
AusDemWegIchBinArzt
 
Beiträge: 738
Registriert: 08.2015
Wohnort: 22 Acacia Avenue
Danke gegeben: 8
Danke bekommen: 16x in 15 Posts
Geschlecht:

Zurück zu "REZENSIONEN"

 

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron