wie sind umgezogen!!!!!!

www.musicasylum.de


REZENSIONWhite Spirit - "White Spirit" (1980)

White Spirit - "White Spirit" (1980)

Ungelesener Beitrag#1von AusDemWegIchBinArzt » 24. Okt 2016 19:42

White Spirit - "White Spirit" (1980)


Eine weitere Perle aus dem schier unerschöpflichen NWOBHM-Füllhorn, welche ich schon seit längerem vorstellen wollte, ist das selbstbetitelte Debüt von White Spirit aus dem Jahre 1980.

Leider blieb es gleichzeitig auch der einzige Longplayer, welchen die Band jemals in die Regale der Plattenläden hieven konnte.

Die bereits 1975 in Hartlepool gegründete Truppe (somit auch ein früher Vertreter / Vorreiter der NWOBHM) ist zumindest namentlich heutzutage hauptsächlich deshalb dem Einen oder Anderen geläufig, weil Gitarrist Janick Gers 1981 zu Gillan wechselte um dort Bernie Tormé zu ersetzen.

Mit Gillan nahm Gers zwei Alben ("Double Trouble", 1981 und "Magic", 1982) auf, doch das richtig große Los zog er erst einige Jahre später: Seit 1990 ist er ununterbrochen Mitglied von Iron Maiden.

White Spirit jedenfalls hatten 1980 einen Plattenvertrag mit dem NWOBHM-Vorzeigelabel Neat Records, der Quasi-Mutter aller NWOBHM-Labels, abgeschlossen und dort mit "Backs to the grind" bereits eine 7"-Single veröffentlicht.

Es folgte ein Beitrag zum legendären EMi-Sampler "Metal for Muthas II" (die B-Seite besagter Single, "Cheetah", wurde dort ein weiteres mal verwurstet) und dann stand die talentierte Band auch schon mit ihrem ersten Full Length-Album in der Tür, welches der Einfachheit halber selbstbetitelt blieb.

Gillan-Basser John McCoy hatte die Debüt-LP produziert und das interessante an dieser großartigen Scheibe war, dass sie gar nicht so sehr oder nur partiell nach Heavy Metal klang.

Vielmehr steckte sie knietief in den 70er Jahren und atmete den Geist von Bands wie Deep Purple, Uriah Heep oder eben auch Gillan. Die Einflüsse und Wurzeln waren jedenfalls eindeutig erkennbar, was aber dem hohen Niveau der Kompositionen zu keiner Sekunde Schaden zufügte.

Die musikalische Darbietung tönte auf alle Fälle viel mehr nach klassischem, melodiösem Hard-/ Heavy Rock als nach "richtigem" Heavy Metal, manchmal gar dezent progressiv angehaucht, auch wenn das Ganze selbstredend dem Zeitgeist entsprechend mit einer gewissen Frische- und Energieinfusion versehen wurde, was natürlich die Zuordnung zur NWOBHM erleichterte.

Die Band verzichtete in diesem Kontext auch nicht auf den häufigen Einsatz einer röhrenden Hammondorgel, was ihr unter den sowieso höchst unterschiedlichen Bands der NWOBHM eine zusätzliche Ausnahmestellung verlieh.

Potenzial war mehr als genug vorhanden. Um das zu verstehen, muß man sich nur Klassesongs wie das grandiose "Red Skies" oder die nicht minder mitreißenden "High upon high", "Way of the kings" oder "Midnight chaser" zu Gemüte führen. Und das sind nur drei besonders gelungene Beispiele, der Rest des Albums steht dem aber kaum nach.

Auch auf dem 80er Reading Festival durften White Spirit auftreten und insgesamt besaß die Band nicht die allerschlechtesten Aussichten.

Nachdem White Spirit dann auch noch eine gemeinsame Tour mit Gillan absolviert hatten, wurde Janick Gers direkt vom guten Ian in dessen Band abgeworben.

Damit war das Schicksal von White Spirit dann (leider) auch besiegelt. Mit dem späteren Tank-Gitarristen Mick Tucker und dem Sänger Brian Howe (später als Nachfolger von Paul Rodgers bei Bad Company) wurde 1982 noch die Single "Watch out" aufgenommen, aber das war es dann. Danach kam nichts mehr und die Band zerstreute sich in alle Winde.

In späteren Jahren gab es allerdings auch nachträglich immer wieder mal Sampler, vorzugsweise zum Thema NWOBHM, welche Songs von White Spirit enthielten. Zuletzt die vorzügliche und heute auch schon kaum noch aufzutreibende "NWOBHM ´79 revisited"-Compilation aus dem Jahre 1990, die maßgeblich von Metallica-Drummer Lars Ulrich initiiert wurde.

White Spirit-Drummer Graeme Crallan spielte später ebenfalls bei den Kollegen von Tank und verstarb vor einigen Jahren an den Folgen seiner Alkoholkrankheit.

Die erste und einzige LP von White Spirit ist - und da ist keinerlei Zweifel zulässsig - ein kleines Juwel, welches jede ernstgemeinte Hard-und Heavy-Plattensammlung in jeder Hinsicht bereichert.


Die Songs

1. Midnight Chaser
2. Red Skies
3. High Upon High
4. Way Of The Kings
5. No Reprieve
6. Don't Be Fooled
7. Fool For The Gods


Die Band

Bruce Ruff (Gesang)
Janick Gers (Gitarre)
Phil Brady (Bass)
Graeme Crallan (Schlagzeug)
Malcolm Pearson (Keyboards, Orgel)


Bild
"Nazi sein bedeutet, dass du verloren hast, bevor du anfängst. Du kannst nicht gewinnen. Du bist nur dumm."(Lemmy)

"Ich bereue nichts. Reue ist sinnlos. Du hast es ja schon gemacht - du hast dein Leben gelebt. Es nützt dir nichts, zu wünschen, es wäre anders." (Lemmy)


"Ein Komma kann über Leben und Tod entscheiden. Zum Beispiel in dem Satz "Wir essen jetzt, Opa." (Jürgen v.d.Lippe)

"Reichsbürger und Verschwörungstheoretiker: Wenig wissen, aber viel glauben." (Extra 3, NDR)
Benutzeravatar
AusDemWegIchBinArzt
 
Beiträge: 738
Registriert: 08.2015
Wohnort: 22 Acacia Avenue
Danke gegeben: 8
Danke bekommen: 16x in 15 Posts
Geschlecht:

Zurück zu "REZENSIONEN"

 

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron