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REZENSIONGillan, Ian Band - "Clear air turbulence" (1977)

Gillan, Ian Band - "Clear air turbulence" (1977)

Ungelesener Beitrag#1von AusDemWegIchBinArzt » 2. Sep 2015 21:14

Ian Gillan Band - "Clear air turbulence" (1977)

Jazzrock galt in den Siebziger Jahren durchaus als das nächste große Ding (man frage nur mal Leute wie Jon Hiseman, Wayne Shorter oder Chick Corea...Gary Moore, der als ex-Mitglied von Colosseum II ebenfalls was dazu sagen könnte, ist ja leider mittlerweile verstorben) und in diesem Zusammenhang wollte auch der damalige ex-Deep Purple-Sänger Ian Gillan nicht zurückstehen.

Nachdem er sich aufgrund der Trennung von Deep Purple im Jahre 1973 kurzzeitig aus dem Musikgeschäft zurückgezogen und in anderen Berufszweigen versucht hatte (u.a. betrieb er ein Hotel und hatte mit Motorrädern zu tun), gelüstete es ihn bereits 1975, wieder aktiv im Rockzirkus mitzumischen.

Hochmotiviert gründete er die Ian Gillan Band, allerdings nicht unbedingt mit dem Primärziel, wieder eine reinrassige Hardrock-Combo etablieren zu wollen.

Stattdessen fokussierte Gillan sich auf einen durchaus in den damaligen, von Innovationsfreude geprägten Zeitgeist passenden Jazz-/Fusionsound, durch stark rockige Akzentuierung und große Experimentierlust vorangetrieben.

Hardrock spielte er erst wieder ab 1978/79 , nachdem er die Band größtenteils umbesetzt und der Einfachheit halber in Gillan umbenannt hatte. Dieses geschah sicherlich auch vor dem Hintergrund, dass der ursprünglichen Ian Gillan Band mit ihren drei Studioalben, trotz aller gebotenen Qualität, kein durchschlagender Erfolg beschieden war.

Von besagten drei Studioalben der Ian Gillan Band ist "Clear air turbulence" mein persönlicher Favorit und auch das eindeutig stärkste. Sowohl der Vorgänger "Child in Time" (1976) als auch der ebenfalls noch 1977 erschienene Nachfolger "Scarabus" fallen, wenn auch nur leicht, gegen dieses Highlight ab.

Die Platte bietet experimentierfreudigen, kraftvollen Jazz-/Fusionrock der Extraklasse, welcher u.a. auch mit funkigen Passagen glänzt und nebenbei trotz der vorhandenen Komplexität sehr gute und durchaus eingängige Melodielinien enthält. Nebenher gibt es präzise und genretypisch wuchtige Bläserarrangements zu genießen, die einfach toll klingen und dem Ganzen gewissermaßen das Sahnehäubchen aufsetzen.

Was in diesem musikalischen Kontext auch sehr interessant wirkt ist Gillans ja doch eher typische Rockröhre, die aber überraschend gut zur restlichen Musik passt und einen netten Kontrapunkt zur stilistischen Grundausrichtung setzt.

Ich finde dieses Album nach wie vor überaus gelungen. Mit dem Titeltrack, "Money lender" und "Over the hill" sind auch mindestens drei herausragende Stücke drauf enthalten, wobei aber auch der Rest kaum hinter diesen Glanzlichtern ernsthaft herhinkt.

Trotzdem bleiben bei mir seit Ewigkeiten zwei wesentliche Fragen unbeantwortet:

1. Warum konnte sich Gillan mit diesem Sound selbst in den ja eher open-minded eingestellten 70ern nie durchsetzen, obwohl er mit vergleichbaren Gruppen wie Colosseum II locker mitzuhalten vermochte ?

2. Wieso zum Teufel kennt selbst von den Deep Purple-Fans oder auch anderen Prog-Fans kaum jemand diesen musikalischen Beitrag Gillans aus jener Zeit ? Irgendwie scheint mir dieses Phase Gillans häufig komplett ignoriert, ausgeblendet und mit völligem Desinteresse gestraft zu werden...

Die Songs

1. Clear air turbulence (7:35)
2. Five moons (7:32)
3. Money lender (5:3Cool
4. Over the hill (7:1Cool
5. Goodhand Liza (5:25)
6. Angel Manchenio (7:17)

Die Band

Ian Gillan - Gesang
Colin Towns - Keyboards, Flöte
Mark Nauseef - Schlagzeug, Percussion
Ray Fenwick - Gitarre
John Gustafson - Bass

sowie diverse Gastmusiker an Trompete, Posaune und Saxophon

Bild
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