wie sind umgezogen!!!!!!

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REZENSIONViola Crayola - Music, Breathing Of Statues (1974)

Viola Crayola - Music, Breathing Of Statues (1974)

Ungelesener Beitrag#1von Rincewind » 25. Dez 2015 15:31

Vor kurzem erst endeckt, aber einfach zu stark um nicht ein paar Zeilen dazu zu schreiben. Ausserdem ist der
Albumtitel vom gleichnamigen Gedicht meines Namensvetters Rainer Maria Rilke geliehen, da hab ich also keine
andere Wahl mehr ;)

Das Trio, bestehend aus den Viola-Brüdern Anthony (Gitarre) und Ron (Schlagzeug), sowie Bill Jolly (Bass),
stammte aus Texas. An den ersten drei Tagen im Oktober 1974 nahmen sie in New York ihr leider einziges Album
Music, Breathing Of Statues auf. Während den grad mal 29 Minuten gibt es
instrumentalen Fusion-Sound im Stil von Mahavishnu Orchestra und am Ende eine Zappa-inspirierte Nummer,
welche die einzige mit Gesang ist und den Humor des Meister sehr schön weiterführt. Teilweise kommt es einem
wie ein ausgelassener Jam vor, dabei kann man auf der Rückseite des Covers die illustrierten Notenläufe sehen,
welche zeigen, wie ausgeklügelt das ganze gestaltet wurde.

Dabei wird das Trio vom vor Kreativität und technischer Präzision übersprudelnden Anthony Viola angeführt.
Das Album ist Mama Viola gewidmet und erschien 1974 auf dem obskuren Fautna-Label und musste dann fast
30 Jahre warten, bis die Kollegen vom Radioactive-Label es 2005 auf CD rausbrachten.

Leider konnte nicht mehr folgen, da Anthony noch im selben Jahr bei einem Autounfall in San Antonio mit
einem Zug zusammenstieß und viel zu früh verstarb.

Die Musik ist insgesamt sehr facettenreich, mal progressiv, dann wieder härter rockend und psychotisch, aber
überwiegend im Jazz-Fusion-Sektor verwurzelt. Tony Viola hatte die für viele Gitarristen der zeit seltene Gabe,
die vertrakten Rhythmuswechsel und komplexen Strukturen der Vorbilder Zappa und McLaughlin zu verarbeiten
und sein eigene Ding daraus zu machen. Die Band war weit mehr als eine psychedelische Gargagen-Truppe,
dafür waren sie einfach zu talentiert, aber sie vergaßen dabei nicht, auch einfach mal befreit der Rock-Trio-Power
freien Lauf zu lassen.

Ich kann die Scheibe nur jedem Fan der beiden genannten Bands und Gitarristen ans Herz legen, hier gehts
einfach herrlich zur Sache und deshalb reichen die kurzen 29 Minuten auch ausnahmsweise.


Viola Crayola
Anthony Viola - Guitar
Ron Viola - Drums
Bill Jolly - Bass


Tracks
1 Mr. Leroy, Pepe' Is Lost - 4:15
2 The Bus To New York - 4:47
3 I Know You Don't Have A Car, But What Color Is It? - 5:14
4 2+1 - 2:38
5 The Nurds At My School - 2:57
6 You're Drivin' Me Crazy With Relief - 2:44
7 The Last One On Earth - 3:22
8 What Is the Meaning Of Love? - 1:57
Music composed by Anthony Viola

Hörprobe

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“He’d always felt he had a right to exist as a wizard in the same way that you couldn’t do proper maths without the number 0, which wasn’t a number at all but, if it went away, would leave a lot of larger numbers looking bloody stupid.” ― Terry Pratchett
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Re: Viola Crayola - Music, Breathing Of Statues (1974)

Ungelesener Beitrag#2von ORACLE » 25. Dez 2015 22:51

Rincewind hat geschrieben:
Ich kann die Scheibe nur jedem Fan der beiden genannten Bands und Gitarristen ans Herz legen, hier gehts
einfach herrlich zur Sache und deshalb reichen die kurzen 29 Minuten auch ausnahmsweise.


Die Scheibe steht schon hier und den Anstoß hast du gegeben.
Dürfte schon ein Jahr her sein.
Gefällt mir jedenfalls gut, solche Eintagsfliegen sind, finde ich, besonders bereichernd, da sie zu den etablierten Acts andere Facetten bieten.
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Re: Viola Crayola - Music, Breathing Of Statues (1974)

Ungelesener Beitrag#3von Rincewind » 26. Dez 2015 12:17

Wie schon öfter erwähnt freut es mich immer wieder, wenn ich jemandem durch ein paar
Zeilen ein schönes Scheibchen näher bringen konnte.

Die Eintagsfliegen sind eine gute Ergänzung und sorgen für Abwechslung. Gerade hier
halt auch schade, dass es bei der einen blieb.
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